Europäischer Gerichtshof entscheidet für das freie Verlinken

Direkte Links sind erlaubt, Einbetten unter Umständen auch: Der Europäische Gerichtshof konkretisiert in einem ersten Urteil eine alte EG-Richtlinie fürs Facebook-Zeitalter. Tenor: Staaten sollten die Rechte von Urhebern nicht durch extreme Auslegungen allzu sehr ausweiten.

Wer im Netz ein Suchportal mit Links zu Artikeln betreibt, braucht dafür keine Erlaubnis der Urheber der Texte. Das hat der Europäische Gerichtshof (EuGH) in Luxemburg entschieden. Der Fall dürfte eine Orientierung für weitere Entscheidungen über das Einbetten von Videos und Fotos im Netz sein. Denn bei dem nun entschiedenen Fall ging es um eine grundsätzliche Frage: Was bedeutet öffentliches Zugänglichmachen online?

In dem Fall hatte ein schwedischer Journalist gegen einen Artikelsammeldienst geklagt. Der Dienst bietet Kunden gegen Zahlung Medienbeobachtung an. Die Abonnenten erhalten Links zu online erschienenen Zeitungsartikeln zu bestimmten Themen oder Schlagworten, die sie abonniert haben. Der Journalist wollte Geld von dem Dienstleister, sein Argument: Die Linksammlungen seien eine neue Art der Veröffentlichung seiner urheberrechtlich geschützten Werke. Dafür müsse der Mediendienstleiter zahlen.